Ratgeber für Kitas
Unterstützte Kommunikationin Kita und Kindergarten
In vielen Gruppen gibt es ein Kind, das nicht oder kaum spricht. Unterstützte Kommunikation, kurz UK, gibt diesem Kind Wege, sich trotzdem mitzuteilen: mit Gebärden, Bildern, Tastern oder einem Talker. Dafür braucht ihr keine Zusatzausbildung, sondern einen guten Einstieg und ein paar feste Gewohnheiten im Alltag.

Für welche Kinder ist UK in der Kita sinnvoll?
Für alle Kinder, die sich über Lautsprache nicht ausreichend verständigen können, unabhängig von der Diagnose. Das kann ein Kind mit Autismus sein, mit Trisomie 21, mit einer Entwicklungsverzögerung oder ein Kind, bei dem die Ursache noch unklar ist. UK ersetzt das Sprechenlernen nicht und bremst es auch nicht aus. Im Gegenteil: Wer verstanden wird, hat mehr Grund zu kommunizieren.
Hilfsmittel
Mit welchen Hilfsmitteln könnt ihr starten?
Gebärden
Lautsprachunterstützende Gebärden begleiten das gesprochene Wort. Sie brauchen kein Material und lassen sich sofort im Morgenkreis oder beim Essen einsetzen.
Bildkarten und Symboltafeln
Fotos und Symbole machen Abläufe sichtbar und geben dem Kind etwas zum Zeigen: Was möchte ich spielen, was möchte ich essen, was kommt als Nächstes?
Besprechbare Taster
Ein Taster, auf den ihr eine Nachricht aufnehmt, ist oft der einfachste Einstieg. Das Kind drückt und sagt damit „Guten Morgen“, „Ich bin dran“ oder „Noch mal“. So erlebt es zum ersten Mal, dass seine Stimme etwas bewirkt.
Talker
Ein Talker ist ein Sprachcomputer mit Symbolen, über den das Kind eigene Sätze bildet. Er wird individuell erprobt und in der Regel von der Krankenkasse bezahlt. Wir stellen den Antrag für euch.
So gelingt UK im Gruppenalltag
- Selbst mitmachen: Zeigt beim Sprechen auf die Symbole oder nutzt den Talker mit. Kinder lernen UK so, wie sie Sprache lernen:
durch Vorbilder. - Das Hilfsmittel immer dabeihaben: im Morgenkreis, am Esstisch, im Garten. Ein Talker im Rucksack hilft niemandem.
- Feste Situationen wählen: Fangt mit ein oder zwei wiederkehrenden Momenten an, statt den ganzen Tag umzustellen.
- Zeit lassen: Wartet nach einer Frage ein paar Sekunden länger als gewohnt.
- Die ganze Gruppe einbeziehen: Andere Kinder machen meist begeistert mit und werden zu den besten Gesprächspartnern.

Ein Kind in eurer Gruppe hat schon einen Talker?
Dann sprecht mit den Eltern ab, dass das Gerät täglich mitkommt, und lasst euch zeigen, wie es aufgebaut ist. Ihr müsst es nicht perfekt bedienen können. Wichtig ist, dass es benutzt wird und dass Kita und Elternhaus dieselben Wörter und Symbole verwenden.
So unterstützen wir Kitas
- Beratung: Wir beantworten eure Fragen zum Einstieg, kostenlos und unverbindlich.
- Versorgung mit Kommunikationshilfen: Wir versorgen Kinder mit der passenden Kommunikationshilfe, von der Erprobung bis zur Nachsorge.
- Fortbildung: In der UKademie gibt es zahlreiche Fortbildungen und Workshops. Auch für Kitapersonal ist einiges dabei.
Ihr möchtet UK in eurer Kita einführen oder habt Fragen zu einem Kind in eurer Gruppe?
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Kostenlose Erstberatung →Fragen & Antworten
Häufige Fragen
Nein. Kinder, die sich mitteilen können, kommunizieren mehr. Unterstützte Kommunikation kann somit sogar die Lautsprache fördern.
Von Anfang an. Es gibt kein Mindestalter und keine Voraussetzungen, die ein Kind erst erfüllen muss.
In der Regel die Krankenkasse des Kindes. Der Talker gehört zum Kind und begleitet es nach Hause und später in die Schule.
Für den Einstieg nicht. Eine Fortbildung hilft aber, UK dauerhaft und im ganzen Team zu verankern.